WILLKOMMEN

Privataufnahme 2021.
Phasenweise zurück im Leben.

auf wiedergehenlernen.com!

Neben persönlichen Erfahrungen gibt die Homepage fachliche Informationen.
In Folge einer Hirnverletzung, einer Hirnblutung, einer Rückenmarkverletzung, durch Unfall oder Krankheit kann Gehen nicht mehr möglich sein. Mit dieser Homepage möchte ich zeigen, das es Wege zurück aus diesem oftmals traumatischen Zustand geben kann.
Gehen kann wieder erlernt werden unter bestimmten Voraussetzungen und unabhängig des Alters.


Da geht noch etwas

Bestehen Restfunktionen relevanter Nerven und Muskeln und sind Wille, Kraft sowie kompetente Unterstützung vorhanden, kann Gehen trotzt genannter Verletzungen oder Erkrankungen neu gelernt werden.


Für wen ist wiedergehenlernen?

Zielgruppen sind
Menschen mit:

    • Schädel-Hirn-Verletzungen. Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
    • Hirnblutungen, Schlaganfällen
    • Nervenverletzungen oder -Erkrankungen (MS)
    • Verletzungen oder Erkrankungen der Wirbelsäule
    • Peroneus-(Fußheber) Verletzungen
    • Paresen (Lähmungen)
    • Schweren Traumatisierungen (physisch und psychisch)
    • Angehörige von Betroffenen sowie am Thema Interessierte
    • Förderer und Menschen, die dieses Projekt unterstützen möchten
    • Therapeutinnen und Ärztinnen, die auf Augenhöhe helfen.


WICHTIGE FAKTOREN

um wieder gehen lernen zu können

Der wichtigste Faktor, um wieder gehen lernen zu können, sind Restfunktionen von Nerven und Muskeln. Bei einer inkompletten Querschnittlähmung ist dies der Fall, je nach Höhe* und Schwere der Verletzung.

Was Betroffene, Angehörigen und Freunde mitbringen müssen, sind Zeit, Geduld, Lernwille und einen positiven Umgang mit vermeintlichen Rückschritten.
Für betroffene Menschen ist bei aller Trauer um die verlorenen Fähigkeiten ein guter Umgang mit dem „neuen“, nicht mehr unversehrten Körper wichtig. Ebenso wichtig ist Empathie für das physische und psychische Trauma.

Einen Körper ohne Psyche gibt es nicht

Unsere Psyche ist stark und hat das Gedächtnis eines Elefanten. Selbst wenn es gelingt, ein traumatisches Geschehnis über Jahre oder Jahrzehnte zu verdrängen – unsere Psyche vergisst nicht und nichts. Auch deshalb ist es wichtig, Trauer und Verzweiflung zuzulassen.

Selbstliebe und Selbstachtung

Sich selbst verzeihen können, wenn ein Vorhaben, eine Übung, eine Bewegung nicht auf Anhieb funktioniert. Wenn Arme und Beine nach jahrelangem Üben wieder einmal den „Dienst“ verwehren, ein geplanter Weg abgebrochen werden muss, weil die Kraft nicht zum (weiter)gehen reicht. Weil Freunde und Bekannte sich nach und nach zurückziehen, aus Angst vor den möglicherweise irreparablen Verletzungen, aus Angst vor dem unbekannten Wesen dass sie nun sind.

All das muss neu erlernt werden. Diese Erfahrungen können kaum von heute auf morgen akzeptiert und angenommen werden. Doch es ist möglich zu lernen, damit umzugehen. Zeit heilt nicht alle Wunden, doch sie macht vieles erträglich.

Persönliche Verletzungen

Meine unfallbedingten physischen Verletzungen sind unter anderem eine Querschnittverletzung im Bereich der Halswirbelsäule, eine Verletzung des Rückenmarkes im Bereich der Brustwirbelsäule sowie der Lendenwirbelsäule. Epidurale und subdurale Hirnblutungen haben zudem Auswirkungen auf Denk-, Sprach- und Konzentrationsfähigkeiten.

Macht und Geld gewinnen immer

Recht haben und Recht bekommen

Um Vieles schwerer als der Unfall und dessen Verletzungen wiegt die Erfahrung, trotzt der schweren Verletzungen keine medizinische Behandlung und Versorgung erhalten zu haben. Diese bis heute (Sommer 2022) anhaltende Erfahrung hat jegliches Vertrauen in Gerichte, Behörden und Menschen zerstört.

Die Erfahrung, dass ein Unternehmen wie die Telekom AG für ihr kriminelles Agieren nicht zur Rechenschaft gezogen wird, dass ich als Betroffene und in größter gesundheitlicher Not stattdessen vor Gericht zunächst um Anerkennung des Unfalls als Arbeitsunfall und anschließend um Anerkennung und Behandlung der erlittenen Verletzungen kämpfen musste – mit mäßigem Ergebnis, hat mein Vertrauen in das deutsche Rechtssystem zerstört.

Aufgrund der unterlassenen Unfallanzeige durch die Telekom AG wurde nicht eine einzige körperliche Verletzung als Unfallverletzung vom Gericht anerkannt. Obwohl es zwölf Gutachten aller nur denkbaren medizinischen Fachrichtungen gab, welche das Gegenteil darstellten. Lediglich die traumatischen psychischen Verletzungen wurden mit dreißig (30) Prozent anerkannt.

Da braucht es schon mehr…

In einem Gutachten, welches von der Unfallversicherung in Auftrag gegeben wurde, war fixiert, dass das Erschlagen werden von einer tonnenschweren Wand nicht ausreichend sei, ein Trauma zu erleiden. Das Sozialgericht Darmstadt ist diesen qualifizierten Ausführen gefolgt.

Später sind zu dem psychischem Schockzustand aus dem Unfallmoment zunächst eine Angsterkrankung mit Depression und später eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hinzugekommen.

Der Preis der Gesundheit

Nur durch das Erstreiten eines Schmerzensgeld war es mir möglich, mich auf den Weg der Heilung zu begeben zu können. An dieser Stelle von ganzem Herzen Danke an Rechtsanwalt Udo Rau, der unter schlechten Voraussetzungen das Bestmögliche für mich herausgeholt hat.
Nur mit Hilfe des erstrittenen Schmerzensgeld war es mir möglich, notwendige physische und psychische Therapien und Behandlungen selbst zu finanzieren. Insgesamt habe ich knapp neunzigtausend (90.000) Euro für Linderung der Schmerzen, Hilfs- und Heilmittel, dem wieder gehen lernen und dem wieder (allein) leben lernen ausgegeben. Erstattet bekommen habe ich von der zuständigen Unfallversicherung 293 (zweihundertdreiundneunzig) Euro!

Der lange Weg zurück

Allein für das wiedergehenlernen habe ich mehr als acht Jahre gebraucht. EIN entscheidender Faktor dafür war ein FES-System. Ein weiterer Faktor war die (Selbst)Anerkennung des Erlebten sowie bereits 2007 das Wissen, dass mein Leben nie wieder so werden wird wie vor dem Unfall. Das es nicht annähernd wieder so werden würde, das konnte und wollte ich mir damals noch nicht vorstellen.

Vom ersten wieder bewegen können der Zehen bis hin zum sitzen, stehen und wieder gehen können war es ein langer Weg voller Schmerzen, Trauer, Verzweiflung und Wut.

Nichts ist mehr selbstverständlich

Bis heute und wahrscheinlich für den Rest meines Lebens bleibt das wieder gehen können eine tägliche Herausforderung und Anstrengung. Denn anders als gesunde Menschen muss ich jeden Schritt voraus- und mitdenken. Kleinste Unebenheiten auf Wegen müssen anstrengend mitgedacht werden. Das FES-System und der Gedanke bei jedem Schritt Fuß heben sind eine Einheit geworden.

Gehen ohne Autopilot

Wieder Gehen können verbraucht heute – je nach Tagesform, circa 90 Prozent meiner vorhandenen Energie und Kraft. Anders als bei gesunden Menschen ist Gehen kein automatisches Programm mehr, welches startet sobald man (oder frau) sich in Bewegung setzt. Auch einen Autopiloten gibt es nicht mehr, welcher mit Beginn des ersten Schrittes eingeschaltet werden kann. Gehen ist Schwerstarbeit geworden.

Ein Tag Leben

Drei Tage K.O.

Gehen verbraucht heute soviel Kraft, dass mein Körper nach einem einstündigen Einkauf oder einem Arztbesuch drei Tage Pause braucht. An diesen Folgetagen geht dann kaum noch etwas. Mein Körper zittert vor sich hin, als gäbe es einen Preis dafür. Die Kraft zum Aufstehen fehlt. Nicht selten fehlt die Kraft, den Kopf vom Kissen zu heben. Oftmals kommen zu diesen Erschöpfungen Schmerzen trotzt starker Schmerzmittel hinzu.

Schmerzpartys und Schmerzinseln

Die Körperstellen, auf welchen die Wand damals aufgeschlagen ist, befeuern sich im Falle eines Schmerzschubes gegenseitig. Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule und das linke Bein feiern eine Schmerzparty. Irgendwann ist der gesamte Körper eine einzige Schmerzinsel, von der es kein Entrinnen gibt.

Der lange Weg der Akzeptanz

Fast ein Jahrzehnt hat es gebraucht, mit den neuen Gegebenheit und dem neuen (Bio)Rhythmus zurecht zu kommen. Viele Jahre war ich gefrustet und wütend darüber, dass mein Körper derart unfähig geworden ist. Aus einem ehemals sehr sportlichen Menschen ist ein körperliches Wrack geworden, dass froh ist, den Weg zum Briefkasten zu schaffen oder sich ein Käsebrot als Mahlzeit zuzubereiten.
Sich bei der eigenen Mumifizierung zusehen zu müssen, ist auch heute noch ein schmerzhaft.

Kinderwagen oder Rollator?

Diese Frage habe ich mir viele Jahre gestellt. Mit Hilfe einer Pro- und Contra-Liste habe ich versucht, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Alles in mir hat sich lange Zeit gegen einen Rollator als Hilfsmittel gesträubt. Irrsinnige Gedanken wie „…dann sieht ja jede*r, dass ich behindert bin…“.
Die Antwort auf diese Frage hat sich nach etwa vier Jahren fast von allein beantwortet, als ich 2010 meine erste Physiotherapie hatte und ein Fortbewegungsmittel brauchte, um mich aus dem Taxi in die Praxis schleifen zu können.

Gehen oder Essen?

Je nach Befindlichkeit lautet meine tägliche Frage heute Gehen oder Tun? Ich muss mich entscheiden zwischen einem Termin wahrnehmen, einem Spaziergang oder Einkaufen gehen oder etwas im meinen Haushalt erledigen. Scheinbar leichteste Arbeiten wie Staubwischen oder Geschirr wegräumen sind große Anstrengungen geworden.

Der innerhäusliche Bergaufstieg

Das Zubereiten einer einfachen Mahlzeit – je nach Tageszeit vorzugsweise Marmeladen- oder Käsebrot, ist seit dem Unfall eine große Herausforderung. Einfachste Tätigkeiten müssen geplant werden wie der Aufstieg auf einen Mount Everest.

Nur während der Schmerz- und Erschöpfungsphasen muss ich nicht und Nichts entscheiden. Dann geht nur liegen. Und liegend geht dann kaum etwas.

Das Recht auf bestmögliche Lebensqualität

Die Alternative zu dem FES-System ist der elektrische Rollstuhl. Zwischen diesen beiden Hilfsmitteln liegen Welten. Nicht nur in Größe, vor allem in der wiedererlangten Lebensqualität. Es ist ein großer Unterschied, ob ich auf meinen eigenen Beinen – wenn auch mit FES-Gerät und Gehilfen wie Stöcken oder Rollator gehen kann oder im Rollstuhl stark eingeschränkt über Fußwege oder Straßen fahren muss, die oft zusätzliche Behinderungen darstellen.

Komplette und Inkomplette Querschnittlähmungen

Andere Verletzungen – andere Lösungen

Für Menschen mit einer kompletten Querschnittlähmung gibt es Lösungen wie das Exoskelett. Das Exoskelett kann eine normale Gehfähigkeit nicht wieder herstellen, doch es kann helfen, eine neue Lebensqualität zu erreichen. Allein das Gefühl zu erleben, für kurze Zeit auf den eigenen Beinen zu stehen und vielleicht zwei oder drei Schritte aufrecht gehen zu können, ist für einen Querschnitt-Patienten ein schier unglaubliches Gefühl.

Wesentliche Faktoren, wieder auf die Beine und zurück ins Leben zu kommen

zeit für neuanfang
ZEIT ist EIN Heilungsfaktor
geduld für neuanfang
GEDULD ist ein weiterer Faktor
positiv denken
POSITIVES DENKEN braucht es
ebenso wie die AUSEINANDERSETZUNG mit dem persönlichen Thema
wiedergehenlernen.com, EMPATHIE & UNTERSTÜTZUNG sind weitere elementare Faktoren, zurück ins Leben gehen zu können
EMPATHIE & UNTERSTÜTZUNG sind weitere elementare Faktoren, zurück ins Leben gehen zu können

Infos zu WGL

Als Frau verwende ich die weibliche Schreibform.
Menschen mit anderen Lebensformen und Männer sind stets mit angesprochen.

Die Homepage wird nach und nach bearbeitet. So wie das Thema wiedergehenlernen keinen Abschluss hat, gibt es auch für diese Homepage inhaltlich kein Ende.

Schauen sie doch immer mal wieder herein.
Im Blog finden sie unregelmäßig aktuelle Informationen.

Danke für ihr Interesse.
Bleiben oder werden sie gesund, Katrin Dohnt.



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Aktualisiert am: 2022-07-22


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