ÜBER (LEBT)

DURCH DAS AGIEREN DER TELEKOM AG EIN PFLEGEFALL

Ich heiße Katrin Dohnt und habe am 19. Januar 2006 einen schweren Unfall in der Telekom AG Darmstadt mit schweren Verletzungen überlebt.

Aufgrund drastischer Baumängel (Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt 2010) – wurde ich durch einen Wandeinsturz von einem Moment auf den nächsten regelrecht aus dem Leben geschlagen. Zurück gefunden habe ich bis heute nicht (03 2025).

Das Leben wie es vor dem Unfall war, wird es nie wieder geben.

Kaum zu glauben

Alle Schutzengel müssen damals bei mir gewesen sein. Anders ist kaum zu erklären, ein Gewicht von mehr als einer Tonne zu überleben, welches mir auf Kopf und Rücken geschlagen ist und mich unter sich begraben hat.

Aussen hui, innen pfui

Zwei Jahre zuvor war in dem Neubau der Telekom AG eine baugleiche Wand in der Vorstandsetage eingestürzt. Glücklicherweise war bei diesem ersten Wandeinsturz niemand verletzt oder gar getötet worden.

Zum Zeitpunkt des zweiten Wandeinsturzes war das Gebäude drei Jahre alt, nicht unbedingt ein Alter, in dem Häuser oder Teile davon einstürzen.

Modernes Haus mit pool
Von außen sah das Telekom Gebäude im Januar 2006 in der T-Online Allee 1 in Darmstadt modern aus. Im Inneren war es voller Risse und Löcher, in die sich komplette Körperteile hineinschieben haben lassen.

Über Jahre hinweg hat die Telekom AG zunächst „vergessen“, den schweren Unfall an zuständige Behörden wie Unfallversicherung, Amt für Arbeitssicherheit und Polizei zu melden.

Bis 2013 lautete der offizielle Sprachgebrauch der Telekom AG zu dem Einsturz der tonnenschweren Wand …es ist nur ein Brett umgefallen….

Ab 2008 wurde gar kommuniziert, dass …. nichts ist passiert sei….

Das kriminelle Agieren (unterlassene Unfallmeldung, vorsätzlich, grob fahrlässig und wissentlich verursachte Baumängel) haben dazu geführt, dass schwere körperliche Verletzungen weder am Unfalltag noch in der Zeit nach dem Unfall medizinisch behandelt oder versorgt wurden.

Daran hat sich bis heute, fast zwanzig Jahre nach dem Unfall, nichts geändert.

Folgeverletzungen wie Meniskussrisse in beiden Knien werden heute von der Krankenkasse medizinisch versorgt. Allerdings darf kein Zusammenhang mit den Unfall ersichtlich sein.

In Folge des kriminellen Telekom-Agierens bin ich ein Pflegefall geworden. Für den Rest meines Lebens für sehr viele Erledigungen auf Hilfe angewiesen.

Durch schwere Schmerz- und Erschöpfungsphasen bin ich noch immer tage- oder wochenlang komplett handlungsunfähig.

Soziale Isolation

Mit zehn bis zwanzig Prozent Energie und körperlicher „Fitness“, gemessen an einem gesunden Menschen ist nichts mehr einfach. Alles hat seine Leichtigkeit verloren und braucht ein Vielfaches an Zeit.

Geblieben sind Schwere und die permanente Anstrengung, an der neuen Lebenssituation und ihren täglichen Herausforderungen nicht zu zerbrechen.

Eine kaum zu ertragende Unfallfolge ist die soziale Isolation. Das Unterbringen gegen meinen Willen in einem Alten- und Pflegeheim im Sommer 2023 hat diese Situation noch verschärft.

Hier leben über achtzig- und neunzigjährige, die fit sind wie ein Turnschuh. Natürlich gibt es auch Jene alte und uralte Bewohner die genauso eingeschränkt sind wie ich oder denen es noch schlechter geht.

Doch das ist für mich nicht das Maß meiner Befindlichkeit. Permanent nur alte und kranke Menschen um mich herum zu haben, empfinde ich nicht als gesundheits- fördernd.

Irgendwo in mir vergraben sind noch Ziele und Ideen, die ich gern realisieren würde. Ob meine Kraft und meine Lebenszeit ausreichen, diese zu realisieren, wird die Zukunft zeigen.

Einsame Frau am vergitterten Fenster. Einsamkeit und soziale Isolation sind ebenso schmerzhaft wie körperliche Schmerzen.