Panikmache mit psychisch kranken Menschen

Seit ich durch meinen Unfall mit der Diagnose PTBS (posttraumatischer Belastungsstörung) selbst zu den knapp 18 Millionen psychisch kranken Menschen dieses Landes (Quelle: DGPPN) gehöre, nehme ich bei kleineren und größeren Katastrophen immer wieder wahr, dass jedesmal die Gruppe der psychisch Kranken herhalten muss.

Panikmache mit psychisch kranken Menschen als Alibi.

Meist männliche Einzeltäter

Vorallem, wenn Einzeltäter am Werk waren. In den meisten Fällen werden diese Menschen der Allgemeinheit als psychisch krank, mindestens aber als psychisch labil präsentiert.

Jüngste traurige Beispiele: Der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt sowie der Anschlag in Aschaffenburg. Kaum dass die Taten geschehen waren, haben die Medien ihre Schablone „Psychos“ aus der Kiste gezaubert und verbreitet, der Attentäter sei psychisch krank.

Auch in dem Fall des Flugzeugabsturz der GermanWings-Maschine – der sich heute zum zehnten Mal jährt, wurde sehr schnell der Pilot als Absturz-Verursacher herausgefunden. Und natürlich war dieser psychisch krank.

Mindestens genauso wichtig wie die körperliche Gesundheit: Die psychische Gesundheit.

Die einfachste Lösung

Auch wenn dies traurige Wahrheit sein mag und der Pilot psychisch krank war, so sind die wirklich Verantwortlichen für dieses schwere Unglück in den Management-Etagen zu finden.

Zum einen kann sich der Pilot selbst nicht mehr verteidigen, zum anderen ist hinlänglich bekannt, dass auch und gerade Fluglinien mit Personalmangel zu kämpfen haben. Das noch vorhandene Personal muss diese Mängel ausgleichen. Um jeden Preis.

Wenn Menschenleben egal sind

In diesem Fall waren mehr als einhundert Menschenleben der Preis für die Dummheit, für die Arroganz und für die Leichtfertigkeit der Fluglinie.

Dass der Pilot durch sämtliche (medizinische) Tests gekommen ist zeigt, auf welchem Niveau die Fluglinie geradewegs ins Unglück geflogen ist. Das Einzige, was für solche Firmen wichtig ist, sind Anleger und Aktien. Dass die jährliche Erfolgsausschüttung so hoch wie möglich ist – dafür werden auch Menschenleben hingenommen.

König Geld regiert die Welt. Nicht selten auf Kosten von Menschenleben oder deren gesundheitliche Unversehrtheit.

Wer und Warum

Für die Angehörigen und Überlebenden bleiben immer die Fragen Warum ist das geschehen und Wer ist verantwortlich dafür. Werden keine zufriedenstellende Antworten gegeben und Verantwortliche reden das Unglück klein oder negieren es gar, finden Angehörige und Überlebende keine Ruhe. Mitunter wird die Klärung eines Unglücks als einzige Lebensaufgabe gesehen.

Persönlicher Protest

Gegen das Agieren von Medien, die nach jedem Anschlag, nach jedem traumatischen Geschehen der Allgemeinheit TäterInnen als psychisch krank vor die Füße werfen, protestiere ich hiermit ausdrücklich.

Er war körperlich krank

Kein Mensch kommt auf die Idee zu kommunizieren, der oder die TäterInnen waren körperlich krank, zumindest aber körperlich labil.

Mit dem jetzigen Agieren werden zigtausende Menschen unter Generalverdacht gestellt. Das finde ich persönlich das Allerletzte.

Es scheint ganz so, dass die Karte „Psycho“ immer dann gezogen wird, wenn der einfachste Weg gegangen wird. Dieser ist aber nicht immer der Beste und schon gar nicht der richtige Weg.

Die „Psychokiste“. Wird immer dann geöffnet, wenn die Wahrheit nicht in die Öffentlichkeit soll.

Die Erinnerung bleibt

Allen Menschen, die in dem Artikel genannten traumatischen Geschehen in ihrer gesundheitlichen Unversehrtheit verletzt wurden oder gar Angehörige verloren haben, möchte ich auf diesem Wege herzliche und mitfühlende Grüße senden.

Die Zeit heilt nicht alle Wunden

Doch sie kann den Umgang mit dem Erlebten oder Überlebten erträglich machen. Die Zeit ist nach einem Trauma die grösste Verbundene. Das Leben wie vor dem Trauma wird es selten wieder geben. Es kann aber wieder leichter werden und auch glückliche Momente sind wieder möglich.

Dass sie davon wieder ganz viele haben können und wieder lernen, dem Leben zu (ver)trauen, auch das wünsche ich Ihnen herzlich.

Die Erinnerung bleibt. An Menschen,  an persönliche Eigenschaften.
Vielleicht kann der Frühling mit seinen Farben und Düften ein wenig Trost spenden

Urheberrechte:

Bild Mentale Gesundheit: by freepik.de auf Freepik.com, Bearbeitung wgl – wiedergehenlernen.com

Bild König Geld: by storyset auf Freepik.com, Bearbeitung wgl – wiedergehenlernen.com

Bild Psychokiste: erstellt mit KI by wgl, Bearbeitung wgl – wiedergehenlernen.com

Bild Erinnerung: by Freepik.com, Bearbeitung wgl – wiedergehenlernen.com

Bild Frühling: by pikisuperstar auf Freepik.com, Bearbeitung wgl – wiedergehenlernen.com


TEILNEHMER GESUCHT FÜR STUDIE

Gesucht werden Menschen mit Aphasie für eine Studie.

Auf der Homepage der Fachzeitschrift NOT finden sie alle Informationen dazu.


SPRACHVERLUST

Der Verlust der Sprache kann ebenso wie der Verlust der Gehfähigkeit eine Folge von Hirnverletzungen oder Hirnerkrankungen sein.

Sprache ist unser wichtigstes Mittel zur Kommunikation, zum Austausch mit anderen Menschen. Sprache ermöglicht uns, mit Menschen anderer Kulturen und Kontinente, anderer Generationen in Kontakt zu gehen.

Sprache ist unser wichtigstes Mittel zur Kommunikation, zum Austausch mit anderen Menschen. Sprache ermöglicht uns, mit Menschen anderer Kulturen und Kontinente in Kontakt zu gehen.

Bilderrechte:
Zwei Mädchen im Gespräch: Bild von Petra auf Pixabay
Ältere Frau und älterer Mann im Gespräch: Bild von StockSnap auf Pixabay
Bildbearbeitungen:
wiedergehenlernen.com I 2022